Der größte Feind des Fortschritts ist nicht der Irrtum, sondern die Trägheit_Gastbeitrag von Michel Schröder

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„Alle Menschen sollen gleiche Chancen und Perspektiven haben.“ So beginnt der Abschnitt „Bildung […] und Zusammenleben in einer modernen Gesellschaft“ des SPD-Wahlprogramms und es fasst rot-grüne Politik äußerst gut zusammen, denn unsere Politik zeichnet sich durch Chancengleichheit und moderner Teilhabe aus!

Ein rot-grünes Regierungsbündnis steht dafür ein, dass jeder Mensch in Deutschland ein selbstbestimmtes Leben haben kann, in dem jeder die gleiche Chance auf Bildung hat, denn „Bildung ist ein Grundrecht“ (S.42, SPD-Wahlprogramm). Bildung ist etwas, das sich in den letzten Jahren stark gewandelt hat. Nicht nur die selbstbestimmte, oft außerschulische Bildung wurde durch die vom Internet verursachte Disruption verändert, auch die schulische Bildung ist im Umbruch.

Ich als Schüler kenne die Probleme, die die Digitalisierung in Schulen bringt, sehr gut, denn nicht jeder weiß sofort, wo er Inhalte findet, wo er kollaborativ arbeiten kann und wie man mit den Persönlichkeits- und Urheberrechten und der Privatsphäre anderer umgeht. Rot-Grün ist sich dieser Problematiken bewusst und hat deswegen konkrete Punkte in die Wahlprogramme aufgenommen, um Antworten auf drängende Fragen des 21. Jahrhunderts zu geben und zu zeigen: wir wollen Fortschritt!

Medienkompetenz

Egal, ob es sich um Rentnerinnen und Rentner handelt, die sich gerade ihren ersten Computer gekauft haben, oder ob es das frisch eingeschulte Schulkind ist: für alle Menschen in Deutschland ist Medienkompetenz wichtig! Medienkompetenz bedeutet vordergründig nicht, zu wissen, wie man seinen PC bedient, sondern wie man sich in einer immer schneller werdenden Medienlandschaft zurecht findet. Jeder muss in der Lage sein, sich selbstständig und selbstbestimmt durch das Netz bewegen zu können und gleichzeitig wissen, welche Risiken zu erwarten sind.

Schulen sind marode, das ist nicht neu, aber die Ausrüstung in Sachen Digital ist eine Farce, denn nur, wenn Schüler schon früh in Berührung mit digitalem Werkzeug kommen, können sie es beherrschen. Eine rot-grüne Regierung wird sich für die Ausstattung der Schüler mit Tablet-PCs einsetzen und die Entwicklung von passenden Konzepten für den guten Einsatz der Instrumente, sowie Weiterbildungen für Lehrkräfte fördern und vorantreiben!

Urheberrecht

Das Urheberrecht braucht eine Reform, denn es muss ein Ausgleich zwischen User, Kreativem und Verwerter stattfinden. Da das Urheberrecht ein weitläufiges und komplexes Thema ist, beschränke ich mich auf einen kleinen Punkt, der im Bereich Bildung spielt: Es ist ein Punkt, der mir besonders am Herzen liegt: die Digitalisierung bzw. die Zugänglichmachung von Lerninhalten in Form von „Open Educational Ressources“, denn in offenen, freien Lehrmitteln liegt die Zukunft der (kollaborativen) Bildung.

Urheberrechte und Verwertungsrechte für Schulbücher sind äußerst starr, für die meisten von Schulbuchverlagen publizierten Werke gilt: Analoge Kopien sind ok, digitale nicht. Eine rot-grüne Bundesregierung setzt sich für mehr offene Lehr- und Lernmaterialien ein! Auch wenn ich inzwischen in mein letztes Schuljahr gestartet bin, liegt mir dieser Aspekt schon lange am Herzen. Ich habe den digitalen Wandel in den letzten 12 Jahren in der Schule beobachten können und weiß: es läuft zu viel schief. Aber ich weiß auch, dass vieles nicht so schieflaufen muss und ich glaube daran, dass Rot-Grün den Fortschritt auch in die Schule bringen wird und genau deswegen brauchen wir in Deutschland den Wechsel! Deswegen brauchen wir #bewegungjetzt!

Michel Schröder ist Schülervertreter an der Theodor-Storm-Schule in Husum und beschäftigt sich mit dem digitalen Wandel. Auf Twitter ist Michel unter @michelschroeder zu erreichen. Fotograph des Profilbildes ist Thomas Lorenzens.